Ehrentag des Drachen

Das wusste ich ja gar nicht, dass heute Ehrentag des Drachen ist!

Glücklicherweise wurde es mir auf Facebook angezeigt!

 Welcher ist mein Lieblingsdrache?

Natürlich Nidhöggr (den ich zwecks besserer Lesbarkeit in meinen Manuskripten Nidhöggur schreibe).

Und dazu gibt es auch gleich einen Textschnipsel (aus Weihnachten auf Luxulyan)

Am Abend lasse ich mich mit einem Seufzen auf die Küchenbank sinken. Ich spüre meine Füße kaum noch, denn zusammen mit Derwa und den anderen Mägde bin ich unzählige Male gelaufen, um alle Schüsseln und Teller hinauf in die Halle tragen.

Mutter hat sich wieder einmal selbst übertroffen – ich weiß es genau, denn sie ließ mich von jeder Speise kosten. Aber auch an das Gesinde hat sie wie immer gedacht.

Mein Blick schweift hinüber zum roh gezimmerten Arbeitstisch jenseits des Herdfeuers, an dem gerade die ersten Knechte und Mägde Platz nehmen. Er ist ebenso reich gefüllt wie die beiden im Aufenthaltsraum der Burgbesatzung über den Pferdeställen.

»Träume nicht, Mädchen.«

Ich schrecke herum, Mutter steht plötzlich hinter mir. Weshalb sieht sie mich so durchdringend an? Habe ich irgendetwas …? Oh wirklich, vom Bratensaft ist etwas auf mein Kleid getropft. Ich verziehe das Gesicht, während ich versuche, den Fleck wegzureiben.

»Geh lieber und zieh dich um.«

»Warum denn? Man sieht ihn kaum auf dem braunen Stoff.« Mutter wieder … Wenn es nach ihr ginge, würden unsere Kleider jede Woche gewaschen.

»Weil heute der Tag dieses … Wie heißt er?« Huscht da ein Lächeln über Mutters Gesicht? »Der Name klingt so ähnlich wie Nidhöggur

Ich stoße sie an. »Mutter!« Sie kann doch nicht ausgerechnet am Nikolaustag und wenn die Küche voll neugieriger Ohren sitzt einen heidnischen Drachen erwähnen! Unauffällig bekreuzige ich mich und übergehe ihr Schnauben darüber. »Der Heilige des heutigen Tages ist Sankt Nikolaus, Mutter. Ni-ko-laus!« Und nicht Nidhöggur, der am Tag des Weltuntergangs das Blut der toten Gesetzesbrecher trinkt.

»Sei’s drum«, meint Mutter seltsam gefügig. »Ein Grund mehr, diesen Tag in einem sauberen Kleid zu begehen.«

»Also gut …« Ich unterdrücke den Drang, mit den Augen zu rollen. »Aber heb mir einen der Schweinsfüße auf, ja?« Mit großen Schritten eile ich hinüber zu der dunklen Ecke, in der Mutter und ich auf einer Strohschütte schlafen und greife mir das neue Kleid vom Haken, das ich eigentlich erst am Weihnachtstag tragen wollte.

 

 

 

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